
Häufige Fragen
Projekt und Nutzen
Was ist geplant?
Zwischen dem Südportal des Sonnenbergtunnels und dem Nordportal des Tunnels Schlund soll die Autobahn abschnittsweise überdacht werden. Die Überdachungen schaffen neue Verbindungen über die A2, verringern ihre Trennwirkung und ermöglichen neue Grün- und Freiräume. Damit werden die angrenzenden Quartiere besser miteinander verbunden und das Siedlungsgebiet aufgewertet.
Warum braucht es die Überdachungen?
Die A2 trennt Kriens seit Jahrzehnten. Mit dem Gesamtsystem Bypass Luzern würde diese Trennwirkung ohne zusätzliche Massnahmen noch verstärkt. Die Überdachungen sorgen dafür, dass das grosse Verkehrsprojekt auch für Kriens und LuzernSüd einen konkreten Mehrwert schafft: bessere Verbindungen, mehr Lebensqualität und bessere Voraussetzungen für die weitere Entwicklung des Gebiets.
Was passiert, wenn die Vorlage abgelehnt werden?
Der Bypass kann auch ohne die zusätzlichen Überdachungen realisiert werden. Kriens bliebe dann weiterhin stark durch die offene Autobahn getrennt. Die einmalige Chance, die Arbeiten am Bypass mit einer städtebaulichen Aufwertung zu verbinden, wäre voraussichtlich für Jahrzehnte vertan.
Warum gibt es keine vollständige Einhausung?
In der Testplanung wurden verschiedene Varianten untersucht, darunter eine vollständige Einhausung und eine Teilabsenkung der Autobahn. Diese Lösungen hätten neue massive Baukörper geschaffen, das Stadtgefüge stark verändert und die Funktion der Autobahn beeinträchtigt. Die Überdachungen erzielen einen grossen städtebaulichen Nutzen, ohne diese Nachteile in Kauf zu nehmen.
Handelt es sich um ein Luxusprojekt?
Nein. LuzernSüd ist seit 1998 ein kantonaler Entwicklungsschwerpunkt. Hier entstehen schrittweise neue Wohnungen und Arbeitsplätze. Die Überdachungen verbinden Quartiere, schaffen Grün- und Freiräume und unterstützen die Entwicklung eines wirtschaftlich wichtigen Gebiets. Davon profitieren Kriens, die Region und der ganze Kanton.
Bypass und Beschwerde
Gehören die Überdachungen zum Bypass?
Nein. Die Überdachungen sind ein eigenständiges Vorhaben mit separater Finanzierung. Sie sind jedoch baulich eng mit dem Gesamtsystem Bypass Luzern verbunden und sollen koordiniert realisiert werden. Die Koordination übernimmt der Kanton. Ein Nein zu den Überdachungen verhindert den Bypass nicht.
Warum hatte die Stadt Kriens gegen den Bypass Beschwerde erhoben?
Der Krienser Einwohnerrat beauftragte den Stadtrat 2019, sich auch mit rechtlichen Mitteln für eine landschafts- und siedlungsverträgliche Lösung einzusetzen. Gestützt darauf erhob die Stadt Kriens 2020 Einsprache und später Beschwerde. Ziel war es, die negativen Folgen des Bypasses für Kriens zu begrenzen.
Warum hat die Stadt die Beschwerde zurückgezogen?
Mit den Überdachungen liegt eine gemeinsam erarbeitete Lösung vor, welche die zentralen Anliegen von Kriens weitgehend aufnimmt. Nach den einstimmigen Zustimmungen des Einwohnerrates und des Kantonsrates hat die Stadt deshalb ihre Beschwerde zurückgezogen. Damit erfüllt sie ihre Zusage gegenüber Bund und Kanton, schafft Planungssicherheit und bekennt sich zur gemeinsamen Lösung.
Warum erfolgte der Rückzug vor der Volksabstimmung?
Die Stimmberechtigten sollen klar über die Finanzierung der Überdachungen entscheiden können – und nicht indirekt über die Weiterführung eines komplexen Gerichtsverfahrens. Nach der Zustimmung der beiden Parlamente waren die Voraussetzungen für den angekündigten Rückzug erfüllt.
Kosten und Finanzierung
Wie viel kostet das Projekt? Und wer bezahlt?
Die Gesamtkosten betragen 186,54 Millionen Franken auf Preisbasis Oktober 2024. Der Bund übernimmt 60 Prozent. Der Kanton Luzern beteiligt sich mit 48,5 Millionen Franken beziehungsweise 26 Prozent. Die Stadt Kriens trägt 26,12 Millionen Franken beziehungsweise 14 Prozent.
Warum müssen Kanton und Stadt Kriens mitbezahlen?
Die Überdachungen gehen über den reinen Betrieb der Nationalstrasse hinaus und schaffen vor Ort einen zusätzlichen städtebaulichen Nutzen. Deshalb wird der verbleibende Anteil nach Nutzen und Tragbarkeit zwischen Kanton und Stadt aufgeteilt. Der Bund schöpft mit seinem Anteil von 60 Prozent seinen Finanzierungsspielraum aus.
Ist die Kostenaufteilung fair?
Ja. Der Kostenteiler wurde zwischen Bund, Kanton und Stadt intensiv ausgehandelt. Er berücksichtigt, wer welchen Nutzen hat und welche finanziellen Möglichkeiten bestehen. Besonders wichtig: Der Bund übernimmt nicht nur den grössten Anteil, sondern auch das Risiko allfälliger Kostenüberschreitungen.
Abstimmungen und Zeitplan
Worüber wird abgestimmt?
Die Krienser Stimmberechtigten entscheiden am 27. September 2026 über den Beitrag der Stadt von 26,12 Millionen Franken zuzüglich Teuerung. Die Luzerner Stimmberechtigten entscheiden am 29. November 2026 über den Kantonsbeitrag von 48,5 Millionen Franken zuzüglich Teuerung. Beide Zustimmungen sind nötig, damit die vereinbarte Finanzierung zustande kommt.
Wann werden die Überdachungen gebaut?
Die Realisierung ist ab 2037 vorgesehen und soll mit den Arbeiten am Bypass koordiniert werden. Der Abschluss ist 2041 geplant.